Überleben durch Kunst,
die Kunst des Überlebens.

Wieso Biczycki von vielen als Deutschlands bedeutendster jüdischer Maler gesehen wird, erschließt sich nicht durch genaueres, allein durch längeres Hinsehen.

Denn es ist nicht was der Künstler abbildet, sonder wie er es abbildet, das den Betrachter, auch ohne Kenntnis seiner dramatischen Biographie, in seinen Bann zieht. Wie schon Wittgenstein, der feststellte die Welt sei nicht die Gesamtheit der Dinge sondern der Tatsachen, löst auch Biczycki sich von dem Dinglichen und setzt sich konsequent allein mit dem Tatsächlichen auseinander.

In Biczyckis Werk geht es nicht darum die Welt zu visualisieren, sondern die Tatsachen fassbar zu machen, die unsere Welt ausmachen.

Vita

Jan Paul Biczycki entstammt einer alten großen polnisch/jüdischen Künstlerfamilie.

Seine Großmutter ist Roma Ligocka, sein Großvater war der Schauspieler und Regisseur Jan Biczycki.

Sein Vater Tomaz gehört zu den allerersten nach dem Sieg über Deutschland wieder in Krakau/Polen geboren Juden. Tomasz wurde von seiner Großmutter Teofila Ligocka großgezogen, die sich zuvor schon um den aus dem KZ Auschwitz zurückgekehrten Roman Polanski gekümmert hatte.

Ihr zweiter Mann war Olek Horowitz, der Vater von Ryszard Horowitz, eines des jüngsten durch Oskar Schindler geretteten Juden.

Biczyckis Eltern waren verwandt mit Barbara-Kwiatkowska-Lass und langjährige Freunde ihres Mannes Karlheinz Böhm, später ihren letzten Gefährten Leszek Żądło.

Jan Paul Biczycki, benannt nach seinem Großvater, wurde in eine kleine, glückliche Familie hineingeboren. SBiczycki als Baby Mit seinen Eltern reiste er viel, segelte durch die Karibik und überquerte schon als Kind den Atlantik auf einer Segelyacht. Die Unbeschwertheit seiner Kindheit starb mit dem viel zu frühen Tod seiner Mutter.

Von da an wuchs er mit einer kaltherzigen Stiefmutter auf, die, nachdem sein Vater endlich die Kraft fand sich von ihr zu trennen, Jan jeden Kontakt zum Rest seiner Familie verweigerte. Die deutschen Behörden rührten keinen Finger um den Juden zu helfen. Als sich der Internationale Gerichtshof für Menschengerechte der Sache annahm, war es bereits zu spät. Seine Familie war zerstört.

Zwar wurde diesmal niemand verbrannt, dennoch spürt man in Biczyckis Werk deutlich die Einsamkeit des deutschen Juden.

Einiges aus Biczyckis Malerei

Biczycki bevorzugt schnelltrocknende, füllige und gut deckende Farbe. Er arbeitet mit Pinsel, Bürsten und Spachtel auf Standard-Leinwand. Was nicht gefällt, landet im Kamin. Was zu persönlich herauskommt auch.

Schreiben Sie Jan ein paar Zeilen